Die Familiengeschichte

Einst, vor Jahren, waren drei Brüder. Ein Vater, eine Mutter, eine Tochter und ein Sohn.
Einst, vor Jahren, auf einem Anwesen, damals groß und hell, lebte die Familie.
Einst, vor Jahren trug es sich zu.

Die Familie war glücklich.
Der Vater verdiente mit harter Arbeit seinen Lohn, die Mutter daheim, sie sorgte für die Kinder. Der Sohn aufgeweckt und lebensfroh und die Tochter ebenso.

 

Die zwei Brüder des Vaters, Onkel der Kinder, die oft und gerne zu Besuch, zu Tee und Kuchen kamen, dabei den Kindern, immer freundlich allerlei Geschenktes gaben.

Die Familie war glücklich, doch nur für kurze Zeit.
Ein paar Jahre vergingen. Immer in dem gleichen Trott.
Der Vater arbeitete immer bis spät Nachts, zumindest behauptete er dies. Die Mutter immer ruhiger, blasser und das Haus, das langsam bröckelnd seine Farbe schon verlor. Der Sohn, der immer stiller wurde, und die Tochter ebenso.

Der Onkel, der ein Doktor war, er kam immer öfter. Saß am Tisch und sah die Mutter schweigend an. Sein Begehren ward von Jahr zu Jahr noch stärker, doch er wusste, nur der Vater war ihr Mann.

Der andere Bruder, er war ein Veteran, ertrank nachts Kummer und Sorgen, denn er konnte seine dunkle Vergangenheit nicht vergessen.

Immer öfter verlor er die Beherrschung und keines der Kinder konnte seinem Zorn entfliehen… er konnte nicht vergessen. Feuer. Tod. Und Blut. Überall Blut.

Eines Nachts der Vater kam nach Hause, die Mutter lag im Bette schon, strich er sanft über ihr Haar. Doch die Mutter kehrte ihm den Rücken zu, stumm und blass ließ sie ihn tun, der Beischlaf, kurz und kalt, der Vater hat die Faust geballt.

Es kam nicht einmal noch zur Vereinigung der Beiden, der Vater blieb noch länger fort, stillte die Befriedigung, doch an einem anderen Ort. Ein paar Jahre vergingen, der Vater hielt es nicht mehr aus. Die Frau war grau und stumpf geworden, ihre Weiblichkeit verging. Der Onkel konnt‘ es nicht ertragen, ihn zog es zu der Mutter hin. Doch wenn er sie nicht haben konnte, sollt‘ es auch kein Anderer tun.

Der Vater und der Doktor, sie fassten einen Beschluss. Der Doktor, er mischt ein Gift aus allerlei Arzneien, er mischt ein Gift ihr ins Getränk. Die Mutter wird nun bleicher, kälter, Adern treten blau hervor. Nun tragen beide sie hinunter, in den Keller sie hinab. Vater, er schließt die Tür, versperrt das Tor.

Von da an blieb der Keller zu, die Mutter liegt dort lebendig begraben und der Vater wendet sich der Tochter zu.

Die Tochter, sie hat nur noch Augen für den Vater, alles andere ist ihr jetzt egal. Der Vater er bleibt Nachts nun nicht mehr weg, denn Befriedigung, die findet er im Kinderbett.

Der Sohn, die Gedanken in Liebe zu der Schwester und bei der Mutter die dort liegt. Der Sohn, er kann es nicht ertragen, sieht dem Treiben eine Weile zu, er ging zum Onkel, nahm sich ein Skalpell, sticht sich in die Brust damit, sein Herz herauszuschneiden war sein Ziel. Nicht länger wollte er den Schmerz ertragen. Das Blut rinnt nun aus seinen Wunden.

Lange liegt er noch im Koma, nach einer Zeit ist er erwacht, doch er ist seitdem nicht mehr derselbe. Seine Blicke schweifen fern, manchmal zuckt er wie aus Angst zusammen, sein Gesicht, es bleibt verzerrt.

Der Onkel, der Doktor, zieht nun ein ins Haus, welches schon verfallen ist, wie der Sohn dem Wahnsinn. Der Onkel, er wohnt nun in Mutters Zimmer, denn der Vater zog bei der Tochter ein, nun bleibt der Akt ihm nicht verweigert, denn die Tochter beglückt ihn allzu gern.

Zu Weilen in manch‘ stiller Stunde, wenn die Familie Abends noch am zusammen sitzt, hört man die Mutter leise stöhnen, den Sohn leis‘ und verstohlen kichern wenn er ihr dumpfes Rufen hört, da ist der Onkel, der Doktor der sich kaum bewegt, der Bruder, der Veteran, der hasserfüllt auf den Knaben blickt und der Vater, der das Haupt in den Schoß der Tochter legt.